ChatGPT Ads Erfahrung: Ein ehrlicher Praxistest aus Agentursicht
Als Agenturinhaberin gehört es zu meiner täglichen Routine, neue Plattformen, Werbeformate und Technologie-Trends auf Herz und Nieren zu prüfen. Als OpenAI die Werbemöglichkeiten innerhalb von ChatGPT ausrollte, war für unser Team klar: Wir müssen das sofort testen.
In diesem Beitrag teile ich meine persönlichen ChatGPT Ads Erfahrungen aus der Praxis. Was funktioniert erstaunlich gut, wo liegen die aktuellen Schwachstellen der Beta-Phase und warum raten wir Kunden derzeit noch von großen Budgets ab?
Der erste Eindruck von ChatGPT Ads: Setup & Tracking überzeugen
Man muss OpenAI lassen: Der Einstieg in die Werbewelt von ChatGPT ist extrem nutzerfreundlich gestaltet. Für Performance Marketer, die sich regelmäßig durch die oft verschachtelten Menüs des Google Ads Managers oder Meta Business Managers kämpfen, ist das System eine Erfrischung.
Einfaches & intuitives Setup: Die Erstellung der ersten Anzeigen und Kampagnen gelingt ohne lange Einarbeitungszeit.
Schnelle Tracking-Implementierung: Das Tracking-Setup ist unkompliziert und in wenigen Schritten einsatzbereit.
ChatGPT Ads Manager Plugin: Ein echtes Highlight in unserem Test war das Plugin ChatGPT Ads Manager. Damit lässt sich die eigene Anzeige direkt innerhalb von ChatGPT analysieren und interpretieren, um die Werbebotschaft noch gezielter auf den Punkt zu bringen.
Schattenseiten vom Chatgpt Ads Manager
Bis hierhin klingt alles nach einer vielversprechenden Alternative im Performance-Mix. Doch sobald die Kampagnen laufen, offenbaren sich die Schattenseiten. Performance Marketing lebt von Daten, Steuerungsmöglichkeiten und der gezielten Ausrichtung auf nutzerseitige Suchintentionen (Search Intent). Genau an diesen Stellen stößt die aktuelle Beta-Version von ChatGPT Ads an harte Grenzen.
Diese Aspekte solltest du bei deiner ersten Chatgpt Ads Kampagne wissen
Keinerlei Kontrolle in der Kampagnenwartung
Als Werbetreibende haben wir aktuell fast keine Einsicht oder Kontrolle darüber, bei welchen konkreten Nutzer-Prompts oder Suchbegriffen unsere Anzeigen ausgespielt werden. Man kann lediglich einen breiten Themenbereich vorgeben. Eine gezielte Keyword/Prompt-Strategie, wie man sie aus Google Ads kennt, oder detailliertes Ausschließen von unpassenden Begriffen/Prompts ist schlichtweg nicht möglich.
Der "Neugier-Effekt" verbrennt Budget
ChatGPT ist für viele Nutzer nach wie vor ein Spielplatz und Recherche-Werkzeug. Das spiegelt sich im Klickverhalten wider:
- Viele User klicken aus reiner Neugier auf die Anzeigen, ohne eine reale Kauf- oder Handlungsabsicht zu haben.
- Das Ergebnis ist eine hohe Anzahl an Klicks, die zwar Kosten verursachen, aber kaum Qualifizierung oder Conversion-Potenzial aufweisen.
- Für performanceorientierte Kampagnen entstehen dadurch viele Streuverluste und schlichtweg sinnlose Klicks.
Fazit & Agentur-Empfehlung: Lohnt sich die Investition in ChatGPT Ads aus heutiger Sicht wirklich?
Aus unserer Sicht als Performance-Marketing-Agentur fällt die erste Bilanz nüchtern aus:
Wir raten derzeit davon ab, größere Werbebudgets in ChatGPT Ads zu investieren.
Verglichen mit etablierten Kanälen wie Google Ads oder Meta Ads , ist die Performance von ChatGPT Ads noch deutlich schwächer.
Für wen eignen sich ChatGPT Ads aktuell?
Sofern ein Budget für Testzwecke vorhanden ist, spricht nichts dagegen, erste Erfahrungen mit ChatGPT Ads zu sammeln und Daten aufzubauen
Jedem Werbetreibenden muss bewusst sein, dass eine verlässliche und skalierbare Neukundenakquise über ChatGPT Ads derzeit noch nicht gegeben ist.
Sobald OpenAI den Werbe-Manager weiterentwickelt, mehr Transparenz bei den Prompts schafft und präzisere Targetings ermöglicht, werden wir die Lage neu bewerten. Bis dahin bleiben Google und Meta die unangefochtenen Leistungsträger im Performance-Marketing. Ich werde die Marktlage weiterhin beobachten und meine ehrlichen Erkenntnisse teilen - Eure Lisa!